MIVA-Fahrzeuge für besondere Bedürfnisse

Priester, die in riesigen Pfarrgebieten von Dorf zu Dorf unterwegs sind. Schulbusse, die Kinder über holprige Straßen zum Unterricht holen. Ambulanzwagen auf dem weiten Weg ins Krankenhaus. Katechisten auf Fahrrädern. Priester auf Motorrädern. Medizinische Teams, die an der Peripherie, im Schatten eines Baumes, Hilfe anbieten. Das und noch mehr ist sozusagen der MIVA-Regelfall. MIVA-Fahrzeuge sind Transportmittel der Menschlichkeit und der Frohen Botschaft, Vehikel der Solidarität. Zuletzt hat die MIVA aber auch viele Menschen unterstützt, denen ein Geländewagen, ein Motorrad oder ein Fahrrad nicht helfen könnten. In Haiti zum Beispiel.

Bergtüchtige Maultiere
In dem bitterarmen Land, in dem die Katastrophen kein Ende nehmen, ist der Überlebenskampf besonders hart. Im Südosten Haitis engagiert sich die „Bauernbewegung Benjamin“ für Familien, die unter besonders schweren Bedingungen leben. In Benjamin, einer kleinen Ortschaft in den Bergen über der Hafenstadt Jacmel, leben Familien, die sich unten an der Küste kein Stück Land leisten können. Oben, in dem steilen Gelände, sind die Lebenshaltungskosten gering. Aber von dort sind die Frauen stundenlang über steile Bergwege unterwegs, um unten in der Stadt Gemüse und Fleisch auf den Markt zu bringen. Ein junger Jurist, der selbst auf dem Berg geboren ist, hatte eine auch für die MIVA zündende Idee: Maultiere sollen den Frauen die Wege erleichtern. Die kräftigen Tiere sind im steilen Gelände gut einsetzbar. Schon 2015 warb die MIVA für das Projekt. Nun soll das Team von „Mouvement paysans de Benjamin“ erneut unterstützt werden. Denn in der Sturmkatastrophe, die der Hurrikan „Matthew“ 2016 verursachte, kamen viele Tiere ums Leben.

Rettung per Fahrrad
Im Großteil Afrikas sind Rettungsautos Mangelware. Ebenso ein funktionierendes Rettungssystem, wie wir es in Österreich kennen. In der Vergangenheit setzte daher die MIVA mehrere Projekte mit Fahrrad-Ambulanzen um. Dabei werden auf einem Anhänger liegend und durch ein Dach geschützt, Kranke und Schwangere zur nächsten Klinik transportiert. Damit wird nicht zuletzt die Säuglings- und Müttersterblichkeit gesenkt. Aber auch dringende Notfälle versorgt. Denn ohne die Fahrrad-Ambulanzen muss man in den armen und sehr ländlichen Gebieten auf Ochsengespanne zurückgreifen. Aber die sind sehr langsam unterwegs, und oft vergeht wertvolle Zeit, bis die Tiere von der Feldarbeit zurückkommen.

Rollstühle und Dreiräder
In Lima, der Hauptstadt Perus, sorgen sich Schwestern der Kongregation „Dienerinnen des Planes Gottes“ um Kinder und Jugendliche mit körperlichen Behinderungen. In einer von den Schwestern betriebenen Schule lernen die jungen Leute, auf sich selbst zu vertrauen, ihre Kreativität zu entdecken und ihre Möglichkeiten auszuloten. Die MIVA hat auf Bitten der engagierten Ordensfrauen Rollstühle finanziert, denn viele Familien können diese wichtigen Mobilitätshilfen nicht selbst finanzieren. Auch in Lesotho sind MIVA-Rollstühle unterwegs. Nach Angaben der „Lesotho National Federation of the Organisations of the Disabled“ (LNFOD) sind etwa 4,2 Prozent der Bevölkerung des Landes körperlich beeinträchtigt. Aber das Bildungssystem hat behinderten Menschen wenig anzubieten; es fehlt zum Beispiel an barrierefreien Zugängen in Schulen. LNFOD hat sich zunächst zum Ziel gesetzt, den Mangel an Rollstühlen und Krücken im Land zu beseitigen, damit betroffene Menschen nicht auf dem Boden kriechen müssen, um sich fortzubewegen. Gemeinsam mit „Brot für die Welt“ hat die MIVA auch in Lesotho Rollstühle und Gehilfen finanziert. Das diesjährige Projekt der MIVA-FahrradAktion setzt hingegen auf handbetriebene Dreiräder. Im Norden Kongos sollen sie Menschen, die an den Folgen der dort immer noch nicht besiegten Kinderlähmung leiden, ein Mindestmaß an Mobilität ermöglichen. MIVA-Fahrzeuge und Mobilitätshilfen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind nicht teuer, aber hochwirksam. Denn sie verbessern die Lebensbedingungen der Betroffenen erheblich und sofort. Ihr Lächeln ist Goldes wert.