MIVA-Beispielland 2018 – Kenia

Kenia gehört zu den Ländern, die hierzulande den Vorstellungen von dem, was Afrika ist, am meisten entspricht. Der riesige Nationalpark der Serengeti, die sich von Tansania bis nach Kenia und an den Viktoriasee zieht, hat die Phantasie der Europäer beflügelt. Dies gilt auch für das nördlich anschließende Naturschutzgebiet der Massai Mara, das ebenfalls Teil der Serengeti ist. Elefanten, Giraffen, Antilopen, Leoparden, Löwen, Zebras, Gnus, Krokodile: Hier ist alles versammelt, was im Reich der Wildtiere Afrikas Rang und Namen hat.

Die Massai, die hier leben, haben ihre ursprüngliche halbnomadische Lebensweise weitgehend beibehalten. Ihre farbenfrohen Gewänder, ihre Riten und Hüpftänze ziehen Touristen aus aller Welt an. Berühmt ist Kenia auch für Safaris, bis heute das einzige Wort auf Swahili, das europäische Touristen kennen. Es war früher mit der Großwildjagd verbunden. Heute spricht man übrigens auch dann von Safari, wenn nicht Waffen, sondern Kameras in Anschlag gebracht werden. Übrigens heißt „Safari“ auf Swahili gar nicht Jagd, sondern einfach Reise. „Safari njema“, gute Reise, ist ein gängiger Wunsch.

Die MIVA hat sich trotz der touristischen Seite Kenias, oder besser gesagt genau deswegen, entschlossen, Kenia als Beispielland 2018 zu wählen. Denn Kenia hat auch eine andere Seite, die uns hier im reichen Österreich bewusst sein sollte:
Kenia ist derzeit von einer gewaltigen Hungerkatastrophe am Horn von Afrika mitbetroffen. Der Wettlauf gegen den Hunger, den UNO und NGOs ausgerufen haben, ist noch lange nicht gewonnen. Dazu kommt seit Jahren eine große Herausforderung durch hohe Flüchtlingszahlen, die aus Somalia, dem Südsudan oder dem Kongo nach Kenia kommen. Sie leben in riesigen Flüchtlingslagern, etwa in Dadaab oder in Kakuma, mit allen Schwierigkeiten, die das mit sich bringt. Die Versorgung mit Wasser und Nahrung, die Vermeidung von Epidemien durch Hygienemaßnahmen bringen für das selbst arme Land große Herausforderungen mit sich.

Die Hungerkatastrophe und die damit verbundene Flüchtlingsthematik sind nur zwei Herausforderungen von vielen, mit denen Kenia zu kämpfen hat. Im MIVA-Büro gehen viele Ansuchen aus Kenia ein. Wir wollen die engagierten AntragsstellerInnen in ihrem täglichen Kampf zum Wohle der Bevölkerung unterstützen. Damit uns das gelingt, wählten wir als MIVA-Beispielland 2018 Kenia. Im kommenden Jahr wird die MIVA somit schwerpunktmäßig über Kenia berichten und für gezielte Projekte um Spenden bitten.