200 KM BIS ZUM NÄCHSTEN SPITAL – OHNE MOBILITÄT KEIN ÜBERLEBEN.

In vielen Gegenden Afrikas und Lateinamerikas ist es leider alltäglich, dass Menschen sterben, weil es weit und breit kein Transportmittel gibt, um in das nächstgelegene Spital zu gelangen. Die Strapazen des Weges und die oft große Hitze sind für Kranke und Verletzte nicht tragbar. Die Gründung der MIVA geht auf einen solchen Vorfall zurück. Ein Missionar ist erkrankt. Beim Versuch, ihn auf einem Ochsenkarren in das nächstgelegene Krankenhaus zu transportieren, ist er gestorben. Die Strapazen des weiten Weges waren zu groß. Das war im Jahr 1927 im heutigen Namibia. Nach wie vor erreichen die MIVA viele Ansuchen, in denen um Transportmittel für Gesundheitseinrichtungen gebeten wird. Zum Beispiel aus der Demokratischen Republik Kongo. Im südlichsten Zipfel des Landes, in der Missionsstation Kipushya, ist das MIVA-Auto das einzig motorisierte Fahrzeug auf einem Landstrich von rund 10.000 Quadratkilometern. Nicht nur die Straßenverhältnisse, um dorthin zu gelangen, sind unbeschreiblich, sondern auch das alltägliche Leben in dieser Region scheint für uns Europäer schier unbewältigbar: kein Strom, kein Fließwasser, kein Telefon, keine Internetverbindung. Eine Tagesreise muss man auf sich nehmen, um in das nächstgelegene Spital zu gelangen und das bei nur einem Auto, das für alle Menschen in der Region ausreichen muss. Das „Auto“ ist in Kipushya kein Luxus, sondern für viele Menschen schlicht überlebensnotwendig.

5 KM ZU FUSS BIS ZUM WASSER – OHNE MOBILITÄT KEIN ÜBERLEBEN.
Fragt man Menschen in Entwicklungsländern nach den häufigsten Ursachen für Erkrankungen, kommt als Antwort unter anderem die Problematik unreinen Wassers. „Wasser“ ist ein weitläufiges Thema. In erster Linie geht es um den Zugang zu Wasser. Wasser, um sich zu waschen, Wasser, um zu kochen und Wasser, um nicht zu verdursten. Findet man Zugang zu Wasser, ist das Leben um vieles leichter. Weite Wege werden in Kauf genommen, um das Lebenselixier Wasser in die eigenen vier Wände zu bringen. In der Trockenzeit ist Wasser in vielen Gegenden der Welt Mangelware und die damit verbundenen Wege werden Tag für Tag weiter. Mobilität in Form eines Fahrrads ist hier für viele ein Gewinn und erleichtert das Leben ungemein. In zweiter Instanz geht es um „reines“ Wasser. So zum Beispiel auch im Kongo. Der österreichische Salesianer-Pater Johann Kiesling hat ein Wasserprojekt gestartet und möchte unter Mithilfe der Dorfbewohnerinnen und -bewohner vorerst zehn Brunnen graben lassen. Unterstützt wird er dabei vom „Beschaffungsbetrieb der MIVA“ (BBM), der auf die ökologische Umsetzung technischer Aufgaben spezialisiert ist. Die schlechten Straßen und Wege in der Gras- und Waldsavanne erfordern ein robustes Auto zum Transport von Material und Arbeitern. Solange es nicht zur Verfügung steht, ist an die Verwirklichung des Brunnenprojektes nicht zu denken.

MIVA – MOBILITÄT  IST TEILBAR.
„Mobilität ist teilbar.“ ist der Leitsatz der MIVA. Er weist darauf hin, dass man vom europäischen Überfluss denen etwas geben kann, die es brauchen. Während Europa oft an zu viel Verkehr leidet und vor allem auf Autobahnen lange Stauzeiten in Kauf genommen werden, fehlt es vielen Menschen in den ärmsten Regionen der Welt an Mobilität. Der Dank für unfallfreies Fahren lässt sich somit mit internationaler Solidarität verbinden. Die MIVA lebt von Spenden. Bei der größten MIVA-Spendensammlung, der ChristophorusAktion im Juli, werden vor allem AutofahrerInnen ersucht „Einen ZehntelCent pro unfallfreiem Kilometer für ein MIVA-Auto“ zu geben. Doch die MIVA finanziert nicht nur Autos. Je nach Bedarf werden auch Motorräder, Fahrräder, Traktoren, landwirtschaftliche Geräte, Boote oder Lasttiere finanziert. Pro Jahr wickelt die MIVA zwischen 300 und 400 Fahrzeugprojekte in etwa 60 Ländern der Erde ab.