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ECUADOR – MIVA-Beispielland 2020

Geographie

Die berühmten Galapagos-Inseln mit ihrer einzigartigen Fauna und Flora gehören zu einem Land, das auch sonst einiges zu bieten hat. Schon der Name weist darauf hin, dass es am Äquator liegt. Mit Peru und Kolumbien hat Ecuador, das an der Atlantik-Küste liegt, nur zwei Nachbarländer. Mit 283.000 Kilometern Fläche ist es etwa vier Mal so groß wie Österreich. Ecuador liegt am Pazifischen Feuerring; viele seiner mächtigen Gebirge waren oder sind vulkanisch aktiv. Der höchste Berg, der mächtige Chimborazo, ragt 6310 Meter empor. Festland-Ecuador lässt sich grob in drei Zonen einteilen: costa, sierra und oriente. In der Costa („Küste“) am Atlantik, liegt Guayaquil, die größte Stadt Ecuadors. Die andine Region mit den hohen Gipfeln wird Sierra (Gebirge) genannt. In großer Höhe, nämlich auf etwa 2850 Meter, liegt auch die Hauptstadt des Landes, Quito. Der Oriente (Osten) des Landes hingegen wird dominiert von ausgedehnten Regenwäldern des Amazonas-Tieflands.

 

Bevölkerung & Kultur

Zur geografischen kommt die ethnische Vielfalt. Auf dem Gebiet Ecuadors lebten zahlreiche indigene Völker, bevor die Inkas, aus dem Süden kommend, im 15. Jahrhundert ihr Großreich schufen und ihre Sprache, das Quechua, mitbrachten. Nach relativ kurzer Zeit, schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts, wurden die Inkas allerdings von den spanischen Eroberern zurückgedrängt. Ecuador hat daher bis heute einen großen kulturellen Reichtum. Neben dem Spanischen, das in der Kolonialzeit dominierend wurde, werden auch Quechua und zahlreiche lokale Sprachen gesprochen.

 

Geschichte
Ecuador erkämpfte 1821 die Unabhängigkeit von Spanien, löste sich 1830 von Großkolumbien und wurde ein eigenständiger Staat. Die politische Geschichte des Landes seither ist wechselhaft. Putsche und Staatsstreiche markieren einen nicht zur Ruhe kommenden Machtkampf. Im 19. Jahrhundert kam es auch zu kleineren Bürgerkriegen. Jüngst hat die Aufhebung der Subvention für Benzin und Diesel in der Hauptstadt zu heftigen Protesten der Bevölkerung geführt. Das Parlament wurde von einer wütenden Menschenmenge gestürmt. Präsident Lenín Moreno sah sich gezwungen, den Ausnahmezustand auszurufen.

 

Herausforderungen

Die große Herausforderung Ecuadors heißt Armut. Die Wirtschaft ist zu wenig stabil, um allen ein ausreichendes Einkommen zu garantieren. Während Erdölunternehmen und Bergbaufirmen in die Sierra und das Amazonas-Becken drängen, haben vor allem die großen Zentren wie Guayaquil und Quito eine enorme Landflucht zu verkraften. Der Exodus aus den Andenregionen, wo das Leben hart und die Erträge gering sind, in die Costa hat zu großen demografischen Verschiebungen geführt. Dazu kommt eine enorme Landflucht. Große Zentren wie Guayaquil oder Quito wachsen enorm, während sich nach und nach ganze Landstriche leeren. Die ökonomische Differenz zwischen Wohlhabenden und Armen ist, wie in ganz Lateinamerika, enorm hoch. Die unteren 40 Prozent leben von nur 13 Prozent des Nationaleinkommens.

 

Eines unter vielen aktuellen MIVA-Projekten in Ecuador

Die MIVA ist seit Jahrzehnten in Ecuador aktiv. Zuletzt kam ein Ansuchen aus der Erzdiözese Portoviejo. In der „Casa hogar de Belén“, einem Haus für Kinder und junge Erwachsene, die Opfer von Übergriffen geworden sind – sei es in Form von psychischer, physischer oder sexueller Gewalt. Auch sechs Mütter mit ihren Babys sind in dem Haus untergebracht. Die Leitung hat die Organisation „Fieles Santa María de la Esperanza“, die Gläubigen der Muttergottes von der Hoffnung, übernommen. Sie setzt sich mit ihren Betreuerinnen und Betreuern dafür ein, dass die jungen Menschen die Rechte, die ihnen vorenthalten werden, zurückbekommen. Bis 2012 besaß die „Casa hogar de Belén“ ein eigenes Fahrzeug, aber das wurde im Zuge schwerer Überschwemmungen zerstört. Der 21-sitzige Kleinbus soll als Schulbus dienen und für viele andere Zwecke zur Verfügung stehen.