SSPS Schwestern in Rumänien

SSpS Gemeinschaft in Rumänien

SSps Schwester in Rumänien

SSpS Schwester in Rumänien – Pfarrkindergarten

Roma Familie

Roma Familie

Schwester Patrizia, von den Steyler Missionsschwestern, berichtet über die aktuelle Situation in Rumänien (Ende April 2020)

1. Die aktuelle Situation im Land?

Staatschef Klaus Johannes hat in der letzten Zeit sehr klar angekündigt „DIE  GEFAHR IST LÄNGST  NICHT VORBEI“ und so hat er nochmals eine Verlängerung des Notstandes um weitere 30 Tage verlängert, damit „die effizientesten Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Epidemie auch weiter ergriffen“ werden können. Trotz strenger Kontrollen sind die Fälle der Infektionen täglich am steigen. Die Bevölkerung wird dringend gebeten daheim zu bleiben. Die Zahl der infizierten Personen im Land liegt bei 8936, die meisten, 1920, befinden sich  nach wie vor im Norden Rumäniens bei Suceava. Landesweit sind derzeit 14530 Personen in Quarantäne, 42 846 sind in häuslicher Isolation. Tragisch ist auch die hohe Zahl vom Pflegepersonal, das sich in den Krankenhäusern und leider auch in einigen Altersheimen angesteckt hat. Derzeit sind 469 Personen am Coronavirus verstorben. Nachdem die Stadt Suceava schon seit Wochen abgesperrt ist, wird mittlerweile fast das ganze Land als ROTE   ZONE deklarier

2. Auswirkung COVID-19 in unserem Umfeld bereits sichtbar?

Wie überall sind auch in Rumänien seit 7 Wochen die Schulen, Kindergärten, Universitäten zum Teil auch Fabriken, Firmen, öffentliche Lokale und Kirchen geschlossen. Wir Schwestern mussten ebenfalls unsere Aufgabenbereiche einstellen, da wir verpflichtet wurden, die AUSGANGSSPERRE einzuhalten und die Gruppentreffen aufzuschieben. Es war notwendig, mit den uns anvertrauten Familien einen neuen Kommunikationsweg aufzubauen. Dank der modernen Technik ist uns, eine neue Form von „TREFFEN“ mit ihnen gelungen. Unter der Bevölkerung macht sich große Unsicherheit und Angst bemerkbar. In den Familien ist die Sorge den Arbeitsplatz zu verlieren, die Risikogruppen sind die Armen und die älteren Personen. 209 000 Unternehmen wurden gänzlich gestrichen und jede Stunde sollen 80-90 Firmen im Land dichtmachen…so die Berichte aus den Medien.

3. Sind bereits alle Menschen im Land ausreichend über die Gefahr von COVID-19 informiert?

Die Bevölkerung wird durch die Medien sehr gut über die Gefahr von COVID-19 informiert. Es werden auch sehr klare Anweisungen über den SELBSTSCHUTZ gegeben. Es ist unsere Verantwortung und Verpflichtung diese Information zu achten und ein Zeichen von gegenseitigem RESPEKTS zu setzen. Um dieses Bewusstsein zu sensibilisieren, benötigt es Vorbilder und sehr viel an Information, so versuchen auch wir in dieser Herausforderung unseren Beitrag in unserem Umfeld zu geben.

4. Wie reagiert die Politik auf die aktuelle Situation?

Die aktuelle Regierung nimmt die Situation sehr ernst und weiß um die gewaltige wirtschaftliche Herausforderung mit dem sich das Land konfrontiert. Man spricht sogar von einem ÖKONOMISCHEN STILLSTAND und von einem GESELLSCHAFTLICHEM  KOLLAPS. Die Coronavirus-Krise ist nicht die erste Krise, die die Menschheit erlebt, aber sie ist sicherlich die schlimmste seit 1989( Zusammenbruch der Diktatur in Rumänien). Für viele dürfte sie durch ihre ökonomische und sozialen Folgen zur schlimmsten Herausforderung für Jahrzehnte werden. Dies war ein Bericht in unserer Tageszeitung. Familien die in finanzielle Not geraten sind, wird von Seiten der Regierung ein besonderes Augenmerk geschenkt, ein positives Zeichen von mehr Solidarität.

5. Was sind die größten Herausforderungen?

Die Situation im Land ist sicher abhängig wie lange noch dieser verschärfte Notstand im Land bestehen bleibt. Die wirtschaftliche und gewerbliche Situation und das Gesundheitssystem, wie stabil werden diese Bereiche in Zukunft sein?  Die Landbevölkerung, vor allem jene, welche von der Agrarwirtschaft leben, sind in großer Sorge um ihre Ernte. Durch die starke Trockenheit, sind in diesem Jahr große Ernteausfälle zu erwarten. Unsere Bauer sind abhängig von diesem Einkommen, da von einer staatlichen Unterstützung kaum zu rechnen ist. Auch wir Steyler Missionsschwestern fragen uns, Angesichts dieser Situation, wie werden wir unseren Missionseinsatz weiterführen können?

6. Kann die Ausbreitung unter Kontrolle gehalten werden- sehen wir eine Chance?

Die Ausbreitung kann etwas unter Kontrolle gehalten werden, wenn sich die Bevölkerung an die vorgegebenen Anweisungen hält. Leider gibt es immer wieder Menschengruppen, welche sich nicht diszipliniert verhalten und dies erschwert zusätzlich den Infektionsverlauf unter Kontrolle zu halten. Aus diesem Grund gibt es Polizei-Militär- und Gendamerieinsatz, die strenge Kontrollen durchführen. Bei einem Ausgang muß jeder eine schrifliche Erklärung mit Unterschrift und Personalausweis mit sich tragen. Wer diese Vorschrift nicht einhält, muss mit einer Strafanzeige rechnen.

7. Wie wichtig ist die „MOBILITÄT“ in Zeiten dieser Krise für uns und das Umfeld?

Momentan erleben wir die „Mobilität“ als eine große Einschränkung. Wir nehmen sie in Kauf, als Zeichen unserer Solidarität mit den vielen, welche sicher noch mit einer weitaus größeren Herausforderung leben müssen. In diesem Sinn wollen wir uns gegenseitig unterstützen und ermutigen, um hoffnungsvoll auf ein anderes Morgen schauen zu können.