Peru

Ein Reisebericht von Christine Parzer

Peru, das MIVA-Beispielland 2015. Am 22. Februar machten sich Alexandra Salmhofer (Projektreferentin für Lateinamerika), Christine Parzer (Geschäftsführung) und ein Filmteam des ORFs auf den Weg in das über 11.000 Kilometer entfernt liegende lateinamerikanische Land am pazifischen Ozean. Elf intensive Tage haben wir dort verbracht. Das Fazit der Reise? Beeindruckend! Lima – eine Stadt der Gegensätze – reich – arm – berührende Lebensgeschichten – großartige, starke Menschen – freundliche, offene aber auch vom harten Leben gezeichnete Gesichter. All die vielen Eindrücke und Erfahrungen sind schwer in Worte zu fassen.

Besucht wurden MIVA-Projektpartnerinnen in der Hauptstadt Lima. Die Siervas del Plan de Dios – eine junge Schwesterngemeinschaft – haben es sich zur Hauptaufgabe gemacht für die Ärmsten der Armen da zu sein. Ihre Tätigkeiten umfassen mehrere Projekte. Besucht haben wir eine von ihnen betriebene Schule für körperlich beeinträchtigte Kinder. Diese Kinder stammen aus der ärmsten Bevölkerungsschicht. Gäbe es die Schwestern nicht, hätten sie keine Chance auf Ausbildung, körperliche Therapien und Zukunft. Diese Schule ist die einzige dieser Art in der 8 Millionen Metropole.

Enge Gassen, steile Stiegen, felsige Wege, winzige Häuser aneinandergereiht. Das ist er, der Cierro de San Cristobal, das älteste Armenviertel der Stadt Lima. Dort besuchen und betreuen die Schwestern jeden Samstag 40 Häuser – Familien, Alte, Kranke. Sie bringen Kleidung, Nahrung, stehen für Gespräche zur Verfügung und helfen bei der Hausarbeit.

Eine wunderschöne, geschichtsträchtige Altstadt, eine schicke Einkaufsstraße und moderne Wolkenkratzer – auch das hat Lima zu bieten. Dort finden sich jedoch auch Bettler und Obdachlose. Jeden Mittwoch kommen sie, die Schwestern. Es ist ihr drittes Projekt. Auch hier verteilen sie Nahrung und stehen für Gespräche zur Verfügung. Bei gesundheitlichen Problemen helfen sie weiter. Dies ist nur ein Auszug aus der Vielfältigkeit ihrer Tätigkeit.

Nach vier eindrucksvollen Tagen in Lima führte uns die Reise weiter nach Arequipa in den Süden des Landes. Von dort aus ging es dann in die Berge. Nach einem freundlichen Empfang der Bevölkerung des Dorfes Imata auf knapp 5.000 Metern Seehöhe ging es weiter nach Callalli (3.600m Seehöhe). Callalli ist ein Dorf in einer herrlichen Landschaft, jedoch mitten im Nirgendwo. Dies ist der Einsatzort vom oberösterreichischen Pater Franz Windischhofer der seit Jahrzehnten in Peru tätig ist. Die Temperaturen waren eisig, Heizung gab es keine. Wir begleiteten Franz Windischhofer bei seiner täglichen Arbeit – Hausbesuche, Abhalten von Messen in Callalli und in den umliegenden Dörfern und noch vieles mehr. Umliegend – naja – es steht schon auch auf der Tagesordnung, ins drei bis vier Stunden entfernte Nachbardorf zu fahren und am Abend auf den ruckeligen Straßen wieder zurück.

Wie anfangs erwähnt, unsere Eindrücke sind vielfältig und schwer zu beschreiben. Doch eines ist uns definitiv wieder klar geworden – ohne Mobilität wäre die großartige Hilfe, die die Schwestern und Pater Windischhofer leisten, nicht möglich.

Fotos Projektreise